Pressespiegel

Geduld – die Alltagsform der Liebe

AM .

erschienen am 10.02.2017 auf jesus.ch

Ehe lässt sich mit einem Garten vergleichen. Je mehr Zeit, Kraft, Kreativität und Liebe wir investieren, desto schöner wird er werden. Nicht alles, was wir uns wünschen, gedeiht auf Anhieb und manche schöne Pflanze wird erst nach und nach ihre ganze Schönheit entfalten. Wer zu früh «die Hacke hinwirft», steht in Gefahr, die Ernte zu verpassen.

«Das Gras wächst nicht schneller, wenn Du daran ziehst», sagt der Volksmund. Gesundes Wachstum erfordert Zeiten des Wartens und des Reifen-Lassens und regelmässiges Unkrautzupfen verhindert, dass die Liebe von Schmarotzerpflanzen überwuchert und erstickt wird.

Ein lauschiger Ehe-Garten wird nicht aus dem Boden gestampft

Auch die Ehe kennt Wetterwechsel und Jahreszeiten. Tage voller Wärme wechseln sich ab mit stürmischen, nasskalten Zeiten, in denen alles zu stagnieren scheint. Doch sogar unter dem Frost warten Blüten auf den warmen Wind, der neues Leben weckt. Ehe ist auf ein ganzes Leben angelegt, weil wir unendlich viel Zeit brauchen, um zu entdecken, was wir aneinander haben und zu werden, was wir miteinander sein sollen. Ein lauschiger Ehe-Garten wird nicht in einer kurzen Aktion «aus dem Boden gestampft», sondern entfaltet mit jedem Jahr mehr Fülle und Schönheit. Oder, wie Hans Medle es formuliert: «Geduld ist die Alltagsform der Liebe.»

Zur Autorin

Regula Lehmann ist Familienfachfrau, Elterncoach, Autorin, und Mitarbeiterin für Familienprojekte bei der Stiftung Zukunft CH.